Zwei Monate analog – Bilder und ein Résumé

Inspiration ist in allen Bereichen des Lebens wichtig. Besonders aber in den kreativen Feldern des Lebens, ist Inspiration zur Kreativität und als Umbruch in neue Lebensarten unabdingbar. Die Fotografie an sich ist für mich selbst schon Inspiration in sich, denn es gibt so viele Felder die Betreten, so viele Techniken die Gelernt, so viele Emotionen die durch Bilder transportiert und so viele Geschichten die durch diese Kunst erzählt werden wollen. Ich habe mir ein Feld der Fotografie als Quell des kreativen Antriebs erschlossen und möchte euch über die ersten Fußstapfen auf diesem Feld hinweg mitnehmen und euch hier im Text auch (ausschließlich) bisher ungezeigte analoge Bilder dazu präsentieren.

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Was ich mir mit meinem Eintritt in die Welt der analogen Fotografie erhofft und vorgenommen habe, konnte ich genau so umsetzen, wie gedacht. Beide analogen Kameras, sowohl die mittelformatige Rolleicord als auch die Kleinbildkamera AE-1 sind fester Bestandteil meiner Shootings geworden, wenngleich ich ob des Handlings die Kleinbildkamera stark bevorzuge.

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Erst heute morgen las ich in einem der besten Blogposts zur Fotografie, welchen ich seit langer Zeit gelesen hab, von der Unvergleichbarkeit der Analogfotografie zur Digitalfotografie. Viele Fotografen argumentieren rund um beide Formate. Auch ich habe in meinem Initialpost noch davon geschrieben, was ich mir von Analog gegenüber Digital erwarte. Doch es ist anders.

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Die Wahl zwischen analoger und digitaler Fotografie ist eine bewusste Entscheidung für ein Medium. Ivan schreibt in seinem Beitrag „Es liegt in der Natur der analogen Fotografie, dass man für ein Bild nur diesen einen Moment zum Fotografieren hat“ – das mag in Teilen stimmen, jedoch nicht für die inszenierte Portraitfotografie wie ich sie betreibe. Ein Frame weiter, das Model erneut gepusht und ich habe auch da die zweite Chance. Wie eben auch im digitalen. Man kann diese beiden Felder der Fotografie ebenso wenig Vergleichen wie Landschafts- und Produktfotografie, bricht man es nicht auf die Basics runter. Blende, ISO und Verschluss sind so ziemlich die einzigen gemeinsamen Nenner. Selbst schon im Bildaufbau sehe ich deutliche Unterschiede, da das Endprodukt aufgrund der unterschiedlichen Medien völlig anders wirkt.

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In einem Punkt gebe ich Ivan aber sofort recht. Die analoge Fotografie ist persönlicher, das Foto wird wertiger, allein schon durch die Entschleunigung beim Fotografieren, den dadurch entstehenden neu ausgerichteten Fokus und den größeren Aufwand bis zum fertigen Endprodukt. Versteht mich nicht falsch. Ich bin da nicht „auf Hipsters Leisten“ unterwegs und fange an darüber zu fachsimpeln, wie sich ein „Film anfühlen“ muss, damit er der Richtige ist (Anm.: Zitat von Benjamin Peter). Die Entscheidung für das Medium ist keine Entscheidung für ein Understatement oder ein Statussymbol.

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Für mich selbst ist das Endprodukt noch immer das wichtigste an der Fotografie. Bilder, die Momente und Gefühle transportieren oder beim Betrachter wecken und so zum längeren Betrachten einladen, sind für mich das Ziel einer jeden Session. Ich wähle bewusst zwischen den Medien. Der Film ist für mich etwas, dass im Endprodukt mehr Charme bietet, persönlicher ist und der, wenn es blöd läuft am Ende auch nicht jedem gefallen wird. Pixelpeepern und Menschen die Fotos erst als gut anerkennen wenn nichts unscharf oder nichts verwackelt ist, wird man hier schwerer zufrieden stellen können. Die digitale Fotografie bevorzuge ich genau in den Momenten, wo es mir auf knackenscharfe Bilder, Retuscheoptionen und hohe Auflösung ankommt. Für beide Seiten gibt es also bei mir dedizierte Einsatzzwecke und ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich mit beiden Systemen gleichermaßen Bilder produzieren kann, die mich selbst begeistern. Ich sage auch hier bewusst nicht „gleich gute Bilder“. Denn sie sind verschieden.

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Fazit

Hört auf zu Fachsimpeln und euch in Vergleichen zu ergießen. Das habe ich auch gemacht und es ist Blödsinn. Nach zwei Monaten schon ist es mir nicht mehr wichtig, welche Vorteile und welche Nachteile ich wo habe. Ich greife aus dem Bauch heraus immer bewusster zu einem System und entscheide mich damit für ein Medium, welches meine Bildaussage oder den Moment den ich für bewahrenswert befinde am Besten an meine Betrachter weitergibt. Erlebt die Fotografie auf beiden Seiten, denn sie ist hier wie da spannend, vielseitig und unglaublich schön. Solltet ihr zu denen gehören, die nicht analog fotografieren, aber mit dem Gedanken spielen, oder wissen wollen, was der ganze Aufstand eigentlich soll: kauft euch ein günstiges Analoges Einsteigerset und verzichtet mal ein paar Wochen auf jedes andere Medium. Die Canon AE-1 kostet mit 50mm 1.4 rund um die 150€ je nach Zustand und zu diesem Preis bekommt man sie auch wieder los. Genießt diesen Exkurs dann bewusst, lernt und entscheidet dann bewusst, ob ihr das Medium Film in eurer Tasche braucht und wollt, oder eben nicht. Ich selbst möchte nicht mehr ohne.

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Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist