Wacom Intuos Pro im Test

Wie ihr ja sicherlich noch wisst, habe ich ein großes Testpaket von Wacom und LG erhalten. Darin war ein schicker Monitor, welchen ich für euch bereits getestet habe und ein richtig schickes Grafik-Tablet. Unter der Prämisse „jedes noch so einfache Grafik-Tablet ist besser zur Bildbearbeitung geeignet als die teuerste Präzisionsmaus“ habe ich mir das Wacom Intuos Pro in der Größe M für euch angeschaut und möchte euch hier meine Eindrücke wiedergeben.

Wacom Intuos Pro M

Die Ausgangslage

Dass oben genanntes Zitat durchaus seine Berechtigung hat, habe ich schon vor längerer Zeit gemerkt und so ist auf meinem Schreibtisch immer Platz für ein Grafiktablet. Während die Profis teilweise mit den kleinsten Wacom Bamboo Tablets im Maus-Modus arbeiten können, habe ich bisher ein Bamboo Fun Pen & Touch ebenfalls in der Größe M verwendet. In meinem Test war also für mich eher die Frage, ob ich mir ein Upgrade gönnen würde, oder ob die Features des Intuos Pro für mich keinen Mehrwert bieten, welcher den Preis für das Upgrade rechtfertigt. Die Frage, ob man sich denn als angehender Photoshopper oder Lightroomer ein Grafiktablet zulegen sollte, kann ich direkt mit einem klaren „JA!“ beantworten. Sobald ihr freistellt, Halslinien entfernt oder Haut weichzeichnet kommt ihr, zumindest aus meiner Sicht heraus, nicht mehr um ein Tablet herum. Je nach Intensität und professionellem Anspruch eurer Arbeit, müsst ihr dann die Features der Grafiktablets für euch abwägen und entsprechend kaufen. Wie gesagt, es gibt Profis denen das schmalste von allen im Maus-Modus langt 😀

Schwaighofers Bamboo mit Federstift im MausmodusSchwaighofers Bamboo mit Federstift im Mausmodus

Der erste Eindruck

Trotz des Fakts, dass ich bereits ein Wacom Tablet besitze und benutze, lockte mir dieses in einfarbig Schwarz gehaltene Intuos Pro schon beim Auspacken einen Begeisterungsseufzer aus dem Mund. Das Design und die verwendeten Materialien wirken sehr edel und wertig. Selbst so eine winzige Kleinigkeit, wie etwa ein Stifthalter welchen es zu meinem bisherigen Tablet nicht gab, macht auf dem Schreibtisch einfach was her! Die Oberflächen und Drucktasten fühlen sich an, als wären sie durchweg alle leicht gummiert und bieten einen exzellenten Druckpunkt. Das gilt ebenso für den Eingabestift, doch dazu später mehr.

Fakt ist, wer sich das Intuos Pro auf den Schreibtisch holt, hat nicht nur ein hervorragendes und modernes Bildbearbeitungstool unter den Fingern sondern auch einen richtig schicken Hingucker im Haus. Ich war und bin von vorne bis hinten begeistert vom Design und der Verarbeitung.

Das Tablet im Einsatz

Ich bin mit dem Bamboo Fun Pen & Touch der letzten Generation vorweg schon rund herum sehr zufrieden und nutze dies mittlerweile nicht nur für die Bildbearbeitung, sondern bediene damit eigentlich schon komplett meinen PC. Die Größe „M“ ist bei mir dabei genau der richtige Kompromiss zwischen Platzverbrauch und Bedienbarkeit und das obwohl ich wirklich einen riesigen Schreibtisch mein Eigen nenne. Der erste Aha-Effekt stellte sich bei den Drucktasten auf der linken Seite des Tablets ein. Diese sind nicht nur konfigurierbar und leicht bedienbar, sondern sie zeigen am PC bei Berührung ohne Druck ihre Funktion an. So sieht man immer, was gerade eingestellt ist. Ein weiteres geniales Feature ist das Touch-Wählrad. Über dieses könnt ihr zum Beispiel Pinselspitzen Größer oder Kleiner machen in dem ihr einfach mit dem Finger eine Kreisbewegung ohne jeden Druck ausführt. Das macht Spaß! Dazu kann man über einen Druck auf die Mitte des Wählrades seine Funktion ändern. So kann man dann, statt Pinselgrößen zu variieren super einfach Einzoomen. Das ist Top und ein enormer Mehrwert, da ich so extra Tastenprogrammierungen sparen kann.

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Ein absolutes Highlight ist weiterhin der Grip Pen. Durch seine Taille, seine Gummierung und die etwas dickere Spitzenfassung liegt dieser Stift einfach nur bombastisch in der Hand und fühlt sich um einiges besser an, als der Stift des Wacom Bamboo Fun. Dafür habe ich allerdings einen erhöhten Verschleiß an Pinselspitzen. Gott sei Dank sind im Paket fünf Ersatzspitzen beigelegt. Ebenfalls beigelegt war das WAK, das Wireless Accessory Kit, welches das Tablet drahtlos mit dem PC verbindet. Angesichts der geringen Akkulaufzeit lohnt sich das bei meinem Bamboo Fun leider überhaupt nicht. Beim Intuos Pro allerdings ist die Laufzeit prima. wenn ich pro Tag in etwa zwei Stunden Bildbearbeitung damit mache, hält der Akku locker zwei Wochen durch.

Auch in Sachen „unter der Haube“ weiss das Intuos Pro zu überzeugen. Dem Kreativarbeiter stehen 2048 Druckempfindlichkeitsstufen zur Verfügung, für zielgenaues Arbeiten. Es bietet Touch-Funktionen für Pinch-To-Zoom und Navigationsgesten und eine 60-Stufen Neigungserkennung. Wer möchte kann außerdem noch Gebrauch von Filz-Pinselspitzen und flexiblen Spitzen machen. Mit 900g Gewicht und Abmessungen von 380x251x12mm ist die Größe M vielleicht nicht für jede Laptoptasche passig, aber in meine Tasche hat das Teil prima gepasst. Kleiner Hinweis noch, das Tablet ist sowohl für Rechtshänder als auch für Linkshänder konzipiert und somit universal Einsetzbar. Die acht Drucktasten an der Seite könnt ihr frei belegen, von Haus aus sind sie zum Beispiel mit dem Monitor-Umschalter belegt. Über diesen lässt sich das Tablet in den Ein-Monitor oder Zwei-Monitor-Modus umschalten und somit vergrößert oder verkleinert sich entsprechend eure Arbeitsfläche.

Wechseln oder nicht? Das Fazit

Versuchen wir also ein Fazit. In Stein gemeißelt steht für mich das tolle Look & Feel, die Funktionalität, die Akkulaufzeit und der Grip-Pen auf der Habenseite des Intuos Pro M. Auf der Soll-Seite steht der Pinselspitzenhunger des Tablets und sonst nicht wirklich viel mehr außer der Preis von rund 290€. Wer noch kein Grafiktablet besitzt, der kann auch zu diesem Preis getrost zum Intuos Pro greifen. Mein Bamboo Fun Pen & Touch gab es einst für rund 130€ und kostet derzeit ca. 100€ je nach Anbieter. Ja, für mich selbst sind 100€ für das Upgrade in Ordnung. Deal-Closer dabei ist für mich die Akkulaufzeit und das Touch-Rad, welches die Bedienung für mich wirklich erleichtert und in mir immer wieder Begeisterung für das Tablet hervorruft. Ob auch für euch 100€ Aufpreis gerechtfertigt sind, müsst ihr mit euch ausmachen, in meinen Augen lohnt sich das. Ich werde diese Anschaffung zwar nicht sofort tätigen, aber sie wird getätigt.

An dieser Stelle sei auch noch einmal die Firma Wacom herzlichst bedankt, welche mir das Tablet zum Testen für eine reichliche Zeit überlassen hat. Nichts desto trotz ist dieser Artikel und meine Meinung in keinster Weise gekauft oder beeinflusst.

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist