Goodbye 500px

Wer meine Seite hier schon ein wenig länger kennt, hat sicherlich auch schon einmal den Menüpunkt „Galerie“ angeklickt und landete bei meiner Bildersammlung auf der Plattform 500px. Genau das wird sich ab sofort ändern und ich ziehe mein Portfolio um auf Behance. Warum das so ist und wieso ihr vielleicht auch einen Blick auf Behance werfen solltet erkläre ich euch hier.

Goodbye 500px

Bisher war 500px für mich das Optimum der Präsentation fotografischer Arbeit im Netz und zugleich auch die „GoTo“-Fotocommunity schlechthin. Das lag für mich zum einen an der Qualität der dort veröffentlichten Arbeiten, dem Bewertungssystem und dem redaktionell betreuten Teil der Seite. Einziger Nachteil für mich bisher war, dass die Anbieter für den kostenlosen Account ein Uploadlimit von sieben Bildern pro Woche angelegt haben. Somit brauchte ich für mich und auch um die Seite werbefrei nutzen zu können einen „Awesome“ Account für  $ 2,95 pro Monat. Das ist nicht viel, aber läppert sich auch.

Meine Sorgen mit 500px begannen vor etwas mehr als einem Jahr, als man dort begann Fotos an Fotolia zu verkaufen, ohne die Urheber zu beteiligen. Dazu kommt das ich das Gefühl (!) habe, dass man Bilder nur gut gevotet und geliked bekommt, wenn man einen Bezahlaccount bei 500px hat. Der Hauptnachteil aber für mich ist die Art und Weise wie das Portfolio dort präsentiert wird. Irgendwie lieblos, ungeordnet und nicht besonders schön. Klar kann man Sammlungen und so weiter anlegen, aber es wirkt nicht professionell. Außerdem legt 500px bei der Verwendung bestimmter Hashtags mein Foto in der Übersicht hinter ein NSFW-Banner und diese muss vom Betrachter extra bestätigt werden, egal wie SFW mein Foto eigentlich ist.

Mit diesem letzten Punkt begann für mich die Suche nach einem Ersatz zum Präsentieren meiner Bilder bei potentiellen Kunden.

Flickr, Adobe Portfolio, selber hosten

Auf Twitter kamen von euch viele Fragen zu den Plattformen die man als Alternative so in Betracht ziehen kann. Beginnen wir mal beim eigentlich sinnvollsten Punkt, dem selbst gehosteten Portfolio. Dagegen sprechen für mich persönlich drei Gründe. Zum ersten müsste man, damit das richtig schick aussieht ein wenig was von Webdevelopement oder WordPress verstehen, was ich absolut nicht tue. Ich bin da auch nicht bereit groß Geld oder Zeit in die Hand zu nehmen, solange es brauchbare Alternativen gibt. Das Zweite ist immer so ein wenig die Platzfrage. Selbst hosten bedeutet Speicherbedarf der im Zweifelsfall beim Hoster mehr Geld kostet. Zu guter Letzt die Verfügbarkeit. Ist mein Blog down, warum auch immer, ist damit auch das Portfolio weg. Ich müsste mich also selbst um die Verfügbarkeit kümmern. Alles zusammengenommen sind das nicht besonders weltbewegende Gründe und für euch mag das sicher anders aussehen, aber für mich ist selbst hosten nicht die optimale Lösung bislang.

Zu Flickr habe und hatte ich noch nie einen Draht. Ich finde es sieht altbacken aus und war bisher auch zum strukturierten Präsentieren meiner Arbeit nicht so mein Fall. Ich weiß, das viele von euch auf diese Plattform schwören und ich könnte jetzt auch nicht sagen, dass ich einen triftigen Grund hätte sie zu meiden, aber subjektiv ist sie einfach nicht meins.

Adobe Portfolio habe ich im Zuge der Recherche auch ausprobiert und so schnell wie ich es geöffnet und angeguckt habe, hatte ich es wieder zu. Die Bedienung ist mir zu umständlich, die Personalisierung der Seite irgendwie auch wenig professionell und die Vanity-Url xxxx.myportfolio.com klingt irgendwie nach nem Homepagebaukasten der Telekom. Schied für mich also sehr schnell wieder aus. Es blieben Adobe Spark, welches mir für meinen Geschmack ein zu mächtiges Tool für den von mir geplanten Einsatz ist und eben Behance.

Das Tool meiner Wahl

Gleich nach dem ersten Einloggen bei Behance fallen dem geneigten Anwender mindestens drei coole Sachen auf. Zum Einen ist Behance mit einer Adobe-ID nutzbar die ich ohnehin schon für das Fotografen-Abo habe. Weiters ist Behance sehr sauber, lässt sich prima strukturieren und bietet am Ende genau das, was ich mir erwartet habe. Eine sauber gegliederte Präsentation meiner Arbeiten für potentielle Kunden zum schmökern. Last but not least (*Phrasenschwein fütter*) lässt sich Behance aus vielen Ecken betanken. Man kann seine Bilder vom PC hochladen, oder aber schlauerweise direkt aus Lightroom oder der Creative Cloud und somit letztendlich von überall aus einpflegen. Mit wenigen Clicks hat man ein schickes Layout, ein wenig Text und fertig ist das Ding.

Außerdem hat Behance eine schicke Smartphone-App, einen eigenen „Auftragsmarkt“ über den ihr Jobs einstellen oder suchen könnt und es gibt natürlich hintendran noch eine Community.  Genau so habe ich mir die Sache vorgestellt, das Ganze ist kostenlos und bis auf weiteres werdet ihr mein noch im Aufbau befindliches Portfolio dort finden.

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist