Bitte redet darüber!

Heute ist wieder einer dieser Tage” – als ich dieses Foto heute auf meiner Facebook-Seite veröffentlicht habe, hatte ich gemischte Gefühle. Zum einen weiß ich, dass viele meiner Follower das Thema “Sternenkind-Fotografie” nicht so sehr interessiert und auf der anderen Seite weiß ich, dass es wichtig ist, viel, oft und überall über dieses Thema zu reden. Warum, das sollte sich ein paar Stunden später zeigen und ich möchte euch diese Geschichte erzählen, damit auch ihr künftig mehr über dieses Thema redet.

Damit ich wirklich verständlich machen kann, worum es mir geht, bedarf es einiger Vorworte. Ich möchte, dass sich niemand auf den Schlips getreten, zu unrecht kritisiert oder brüskiert fühlt. Ich möchte mit diesem Beitrag erreichen, dass DU lieber Leser, JA GENAU DU, immer mal wieder deine Freunde und Bekannte auf das Thema Sternenkinder und die Arbeit von Dein-Sternenkind aufmerksam machst. Denn in dem Moment, wo ein Sternenkindfotograf gebraucht wird, sollten wir von Dein-Sternenkind so präsent in den Köpfen aller Beteiligten sein, dass sich Begebenheiten wie jene die ich euch heute berichte nicht erneut ereignen.

Liebe Hebammen!

Liebe Hebammen im Krankenhaus, oder auch zu Hause, in der Vorsorge und in der Nachsorge. Ihr macht einen HAMMER-Job! Ihr seid unbezahlbar und was die Politik und unser Gesundheitssystem mit euch machen ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit und ein tiefer Schnitt ins eigene Fleisch. Ohne euch wären viele Mütter und auch viele Väter einfach hoffnungslos überfordert, verloren und wenn es blöd läuft, nicht in der Lage ihre Kinder zur Welt zu bringen. DANKE dafür! Euer Job ist hart, schlecht bezahlt, selten ordentlich gedankt und ihr müsst immer mehr übernehmen. Ihr seid oft überarbeitet, überstrapaziert und bekommt unverdiente Nackenschläge. Euer Job ist einer, für den ihr eine Ausbildung durchlauft, viele Qualifikationen braucht und in dem ihr unschlagbar gut seid.

Selbst in der Sternenkindfotografie an sich wäre ich ohne eure Hilfe beim Einkleiden oder Betten der Würmchen schon oft verloren und nicht in der Lage gewesen gute Bilder abzuliefern. Ich würde mir niemals zumuten Euren Job zu machen oder auch nur zu versuchen, denn ihr seid darin die unbestrittenen Profis. Damit kommen wir nun mal zum Thema.

Wie es nicht sein soll

Als ich das oben gezeigte Bild veröffentlichte, erhielt ich auf Instagram eine Nachricht. Eine junge Frau erzählte mir von der Geburt ihres Sternenkindes. Sie und ihr Partner wussten vor der Geburt, dass es dem Kind nicht gut ergehen wird. In jedem Vorgespräch wurde ihr im Grosstadt-Krankenhaus versichert, dass das Krankenhaus sich um Bilder des Sternenkindes nach der Geburt kümmert. Sie hat diesen Punkt also gedanklich abgehakt und sich in ihr schlimmes Schicksal gefügt.

Was dann vom Krankenhaus nach der Geburt kam, war ein einziges Bild vom Sternenkind, lieblos neben einem Zollstock drappiert und in aller Schrecklichkeit dieses kurzen Lebens abgelichtet. Wow.

Nach diesen Zeilen war ich zunächst sprachlos. Fast noch schlimmer war die Information, dass sie sogar vorher auf unserer Website geschaut hat, aber alles ad acta gelegt hat, nach dem was man ihr im Krankenhaus angeboten hat. Die besagte junge Frau ist eine Freundin und ehemaliges Modell von mir. Schlimmer kann es fast nicht mehr laufen.

Warum ihr reden sollt

Das besagte Krankenhaus werden wir natürlich kontaktieren und versuchen dort den Mitarbeitern nochmal nahe zu bringen, was wir tun, dass wir die beste Wahl für diese Aufgabe sind und unseren Auftrag mit Hingabe, Demut, Liebe und Erfahrung besser erledigen können als jeder andere. Auf diesem Gebiet sind wir die Profis. Aber so wie in besagtem Krankenhaus läuft es leider noch zu oft. Wie will man so ein Ereignis denn als Mutter oder Vater verarbeiten, wenn die einzige Erinnerung die man hat aus einem verstörenden Foto besteht? Gar nicht. Darum müssen wir alle darüber reden. Auch wenn es den Einen oder Anderen nervt. Auch wenn ihr es nicht mehr hören könnt.

Das Ziel für uns ist es, quasi in den Krankenhäusern in den Dienstanweisungen zu stehen. “Sternenkind? Alles klar, DSK anrufen!” – so weit haben wir es schon in vielen Kliniken aber eben bei weitem noch nicht überall. Ich brauche dafür eure Mithilfe.

Was kann außer PR-Arbeit noch getan werden?

Reden hilft. Über uns reden, mit uns reden, andere immer mal wieder aufs Thema aufmerksam machen, das hilft so immens viel. Wer aber noch mehr tun möchte, der kann uns entweder als Fotograf unterstützen oder in der Organisation. Wer in entsprechenden Einrichtungen arbeitet und das Thema unterräpresentiert findet, der bekommt bei uns natürlich auch Informationen fürs Fachpersonal und kann dieses entsprechend platzieren.

Bitte helft uns, das so eine Sache sich nicht wiederholt. Bitte redet darüber!

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist