Begleitperson am Set – dein Schlüssel zu guten Bildern

Nicht nur aufgrund aktueller und leider immer wiederkehrender Ereignisse in der Fotoszene sondern auch weil es einen richtig dicken Mehrwert für eure Bilder bietet, möchte ich in diesem Artikel nochmal auf das Thema “Begleitpersonen am Set” zu sprechen kommen.

 

Vor der Kamera

Eine Begleitperson ist in meinen Augen ein “Grundrecht” eines Modells, egal ob es sich um ein Auftragsshoot, ein Pay-Shoot oder ein TFP-Shoot handelt. In jedem Fall sollte der Mensch vor der Kamera immer die Möglichkeit haben, jemanden mitzubringen, bei dem er sich sicher und beschützt fühlt. Leider gibt es nämlich in dieser Szene auch richtig schwarze Schafe, welche unter Versprechungen von Geld, Ruhm oder Ähnlichem sich nicht nur sehr intime Aufnahmen der Modelle verschaffen, sondern auch bei einigen Gelegenheiten übergriffig werden. Diese Verhalten gehört so oder so nicht an den Set, aber eine Begleitperson mindert das Risiko, dass solche Situationen entstehen schon mal erheblich.

Wenn ihr ein Foto-Shoot gebucht oder geplant habt und der Fotograf schließt eine Begleitperson aus, könnt ihr euch zu 99,9% sicher sein,dass an der Nummer was faul ist. Eine Begleitperson ist euer Recht – besteht darauf. Es ist schade und schlimm genug, dass so etwas immer wieder passiert und ich schiebe mit Nichten die Schuld auf die Opfer in solchen Geschichten, aber eine zusätzliche Person am Set ist für keinen halbwegs versierten Fotografen auch nur ansatzweise ein Problem. Packt also die Mama ein, die beste Freundin, den Liebsten oder wen auch immer und bringt sie mit. Für euren Fotografen hat das Ganze nämlich ausschließlich positive Auswirkungen.

Hinter der Kamera

Die meisten Fotografen schleppen einen Haufen Ausrüstung mit sich herum. Das reicht von mehreren Objektiven samt Filtern über Stative bis hin zur Lichttechnik. Selbst ich, der für ein Outdoor-Shoot aktuell nicht mehr dabei hat als die Kamera-Tasche und einen Reflektor, ist es von Vorteil wenn man einen Assistenten am Set hat. Ein Assistent der eurem Modell dabei unbekannt ist, kann schnell dazu führen, dass sich das Modell oder eure Kunden unwohl und gehemmt fühlen. Ergebnis: schlechtere Bilder.

Eine Begleitperson des Modells hingegen braucht nichts weiter als deine genauen Anweisungen um zum einen mit in den Shoot eingebunden zu sein, helfen zu können wie etwa beim Halten eines Reflektors und kann hier und da beim Tragen von Klamotten oder Reflektoren oder anderen Ausrüstungsgegenständen helfen. Bonus dabei ist eben, dass sie und euer Modell einander kennen und so weniger Hemmnisse für euer Modell auftreten. Doch es kommt noch besser.

Begleitpersonen als Schlüssel zu guten Bildern

Die Kommunikation zwischen Modell und Fotograf ist nicht nur so ziemlich das Schwierigste am Set überhaupt sondern entscheidet am Ende darüber, ob euer Bild Top oder Flop ist. Nicht zuletzt deswegen gebe ich selbst Coachings in Sachen Kommunikation und Modell- Kundenführung am Set. Nun versetzt euch in die Lage des Menschen vor der Kamera. Vielleicht ist dies dein erster Shoot? Vielleicht hattest du Stress auf Arbeit oder standest auf dem Weg zum Shoot im Stau? Vielleicht war dein Partner nicht so begeistert vom Shoot und ihr hattet deswegen oder aus anderen Gründen Streit? Vielleicht geht es einem Familienmitglied nicht besonders gut und das drückt die Stimmung?

In solchen Fällen hat man es als Fotograf recht schwer, das Modell von diesem Mindset wegzubringen und entspannt und gelöst auch im Kopf in den Shoot zu holen. Es gibt dafür einige Tipps und Tricks, aber das einfachste, günstigste und unschlagbar zuverlässigste Mittel an der Hand des Fotografen ist und bleibt die Begleitperson. Denn in der Regel ist das jemand, mit dem euer Klient oder Modell ein sehr gutes Verhältnis pflegt. Lachen, gut zureden und Aufbauen sind da nicht nur selbstverständlich sondern laufen am Set schon fast automatisch ab. Doch nicht nur das. Seid ihr am Anfang eures Shoots und wollt euer Modell abholen, ein wenig hypen und für sich selbst begeistern müsst ihr in der Lage sein, direkt Erfolge auf der Mini-Mattscheibe vorweisen zu können. Auch hier hilft ein “Oh wie schön das aussieht!” oder ein “Wow da siehst du so toll aus!” von der Begleitperson richtig gut. Auch das geschieht zumeist automatisch.

Einen Bonus gibt es oft auch gratis obendrauf. Getreu dem Motto “mehr Augen, mehr Ideen” gibt es von Begleitpersonen oft auch guten Input für den Fotografen, wie etwa Hinweise auf Klamotten in Unordnung oder Ideen für Posen und Körperstellungen. Denn die Begleitpersonen kennen das Modell natürlich besser als der Fotograf. Nehmt das hinter der Linse an, baut es ein und ihr habt zwei glückliche und zufriedene Kunden mehr.

Lohn

Was am Ende dabei rauskommt sind Bilder mit der Höchstleistung des Modells. Es befand sich die ganze Zeit in Sicherheit, in der eigenen Komfort-Zone bekam Zuspruch und gute Ideen für mehr Variation. Ihr als Fotograf habt also am Ende das Beste aus dem Shoot herausgeholt und könnt dies natürlich auch entlohnen. Nehmt entweder am Ende des Shoots oder ab und an mittendrin, wenn euer Modell eine Verschnaufpause einlegt, die Begleitperson vor die Kamera. Lacht und scherzt ein wenig mit ihr und fertigt ein oder zwei Bilder für sie an, als kleine Entlohnung. Es wird euer Schaden nicht sein. Versprochen.

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist