Angeschaut: Headshot Portraits

Ich habe die letzten Tage sehr viel Zeit gehabt um mich ein wenig weiterzubilden – Weihnachtszeit, Krankheitszeit. Damit mir diese nicht zu langweilig wird, hat mich Kollege Patrick Ludolph gebeten, sich seinen neusten Shop-Zugang anzugucken. Well, wer Nachts im Krankenhaus nicht schlafen kann, kann gucken. Ob das Ding was taugt? Erfahrt ihr gleich!

Paddys Videotutorials, dass wisst ihr ja nun schon soweit von mir, konnte ich bisher uneingeschränkt empfehlen. Zum einen sucht er sich meistens Themen heraus, die einen Anfänger oder Semi-Pro Fotografen besonders interessieren und weiter bringen wie zum Beispiel das Posing. Zum anderen waren sie bisher alle fundiert, interessant und für kleines Geld wirklich reichhaltig. Nichts desto trotz habe ich mir natürlich jede Minute des neuen Trainings “Headshot Portraits” angesehen. Das hat genau genommen drei Gründe.

Zum einen zeigt mein guter Freund und Fotografenkollege Dennis Weissmantel was er in Sachen Headshots drauf hat, zum anderen bewege ich mich selbst auf diesem fotografischen Gebiet. Last but not Least sieht man im Training meine gute alte Rolleicord und ich vermisse sie schon ein wenig. Aber beginnen wir am Anfang mal bei den harten Fakten.

Rolleicord VB auf TX 400 (Modell Frau Pfau Model)

Inhalt

Auf knappen 200 Minuten Spielzeit erklären euch Paddy und Dennis, was ein Headshot überhaupt ist, wo dieser Trend herkommt, wie man ihn technisch umsetzt und vor allem wie er sich zu anderen Fotos in der Portraitfotografie abgrenzt. Dazu erfahrt ihr, wie Dennis für seine Headshots das Licht baut, mit welchen Brennweiten er arbeitet und wie sein Workflow bis zum Endprodukt aussieht.

Für mich aber der wichtigste Teil in diesem Training ist die psychologische Komponente hinter dem Headshot. Wie kommuniziere ich mit meinem Modell so, dass am Ende ein überzeugender, funktionierender und einzigartiger Headshot heraus kommt. Wie gehe ich als Fotograf mit dem Menschen vor der Kamera um, so dass er überzeugt von sich selbst abgebildet werden kann? Dieses Thema beherrscht Dennis einfach richtig gut und er spart im Training keinen Tipp, keinen Trick und keinen Kniff aus um euch das ebenfalls in euer Skillset zu pressen.

Folgende Themen behandeln die beiden Fotografen:

  1. Einleitung
  2. Was sind Headshots
  3. Headshot vs. Portrait
  4. Kamera, Brennweite, Tethering
  5. Lichtsetup: natürliches Licht
  6. Lichtsetup: Blitz
  7. Lichtsetup: Dauerlicht
  8. Die Kinnlinie
  9. Augen
  10. Brillenreflexe & Scheitel
  11. Schultern
  12. Shooting I
  13. Bonus Shooting II
  14. Unterschiede bei Frauen
  15. Shooting III
  16. Bildbearbeitung
  17. Kommunikation
  18. Headshot Business
  19. Bonus Outdoor Headshots I
  20. Bonus Outdoor Headshots II

Ihr seht, es gibt mal wieder eine prall gefüllte Tüte beim Marktschreier aus Hamburg Paddy und seinem Gesprächspartner Dennis. Da ich persönlich die psychologische Seite schon sehr gut kenne waren für mich zwei andere Kapitel besonders interessant.

Die Kapitel “Lichtsetup: natürliches Licht” und “Brillenreflexe & Scheitel” fand ich für mich persönlich am interessantesten. Was ein Scheitel, der zur falschen Seite gekämmt ist mit einem Bild anstellen kann hatte ich so noch gar nicht vor Augen. Da denkt man normalerweise nicht mal darüber nach.

Ebenfalls gut für das Verständnis der Headshotfotografie waren die Kapitel zu den Outdoor-Varianten des Headshots. Wer sich die in Ruhe anschaut ist hinterher in der Lage Headshots ganz ohne große Studioausrüstung mit Blitzen oder Dauerlicht aufzunehmen. Das ist perfekt für jeden Sparfuchs und Bildermacher der mit wenig Mitteleinsatz arbeitet. Mehr kann man von einem Training nicht erwarten.

Punktabzug

Wie immer habe ich natürlich auch versucht, etwas negatives am Training zu finden. Bei diesem ist es mir allerdings schwer gefallen. Ab und zu hört man während der Couch-Gespräche im Hintergrund etwas scheppern (klang verdächtig nach Bierflaschen 😛 ) und es ist mir nicht ganz verständlich warum die Tutoren zum tethern am Anfang noch Lightroom nehmen, was einfach ab und an streikt, anstatt dass direkt gleich CaptureOne Pro genommen wird, von dem man im Tutorial noch sagt dass es einfach funktioniert. Aber zugegeben, DAS WARS. Fassen wir also Zusammen.

Fazit

“Headshot Portraits” von Dennis und Patrick ist ein klasse Videotraining für alle, die sich von klassischen Bewerbungsfotos hin zu dem neuen heißen Shice entwickeln wollen, wie man so schön sagt. Ihr bekommt aber ebenfalls gut erklärt warum der Headshot als solches eben mehr ist als nur ein schlichtes Buzzword um die Preise anzuheben.

Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Kommunikation zwischen Fotograf und Modell vor der Kamera gelegt und das ist eine Sache die man als Fotograf für jede Art von Foto brauchen kann. Außer vielleicht bei Stilleben, denn einen alten Apfel kann man schlecht Coachen 😀

mein erster Headshotversuch aus 2016

Aktuell kostet der Video-Workshop (wohl bis Weihnachten) noch 39 €uro, danach gibts das Ding für 45 €uro im Shop vom Paddy zu kaufen. Das dieses Training eher ein Nischenprodukt als ein Gassenhauer ist, dürfte klar sein. Klar ist aber auch, was ihr in diesem Training vom Dennis lernt sind Dinge die ihr für nahezu alle Menschenfotos brauchen könnt. Die Kaufempfehlung kann ich daher ohne Bedenken aussprechen.

Fazit

Spieldauer / Seiten:195 Minuten

Bezugsquelle:Neunzehn72 Shop

Preis:45 € (regulär)

Zielgruppe:Anfänger, Semi-Pro

Trainer:Dennis Weissmantel

Gesamtwertung:85 / 100

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist

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