5 Dinge die ich gern früher über Foto-Technik gewusst hätte

Heute lasse ich euch mal wieder einen Artikel der “5 Dinge…”-Serie zukommen. In den letzten Teilen ging es ja um Kommunikation, RAW und Retusche. Heute geht es um Technik. Ein heiß und breit diskutiertes Feld der Fotografie und um ehrlich zu sein schließe ich mich den Diskussionen gar nicht mehr an. Unter anderem eben deshalb, weil ich diese 5 Dinge gelernt habe. Ich hätte sie nur gerne früher gewusst, damit hätte ich mir nämlich einen Haufen Geld sparen können.

Vollformat im Kleinformat

Für mich hat eine lange und teuere Lernkurve von diversen APS-C Spiegelreflex über Vollformatspiegelreflexkameras hin zu Vollformat eine eindeutige Sicht auf den “richtigen” Body gebracht. Der “richtige” Body ist leicht, Vollformat und ohne Spiegel. Warum? Easy. Ich brauche einen ultraportablen Body, der mich nicht schon allein mit Größe und Gewicht davon abschreckt ihn einfach zu vielen Gelegenheiten einzupacken. Denn “schleppen” und “wuchten” will keiner und die beste Kamera ist nach wie vor die, welche man immer dabei hat (*Phrasenschwein fütter*).

Meine Sichtweisen und Blickwinkel sowie Bildkompositionen haben sich durch den Wechsel von APS-C zu Vollformat dramatisch zum besseren verändert und ich würde auf keinen Fall wieder zurück wechseln. Mittelformat hingegen ist spannend, aber selten bezahlbar. Warum mein Traumbody nun spiegellos sein soll dürfte klar sein. Kein Spiegel bedeutet weniger Fehlerquellen, geringere Störanfälligkeit usw. usw. Ich für meinen Teil greife daher aktuell zum Sony A7 Lineup weil diese Bodys den oben genannten Kriterien entsprechen und dazu mit ihrer Ausstattung fast konkurrenzlos günstig sind.

Optiken

Nach der Suche nach dem richtigen Body kommt bei vielen die Suche nach den richtigen Optiken. Zündet die Fackeln an, buddelt die Mistgabeln aus, ich sage es frei von der Leber weg: Zoomlinsen sind Mist, greift wann immer ihr könnt zu Festbrennweiten. Die Abbildungsleistung wird mir recht geben. Klar, man kann sicher auch gute Fotos mit Zooms machen, aber im direkten Vergleich gewinnt für mich bisher immer der Festbrenner. Damit sind wir dann auch direkt bei der Brennweite.

Ich behaupte, wenn du ein Weitwinkel und eine Portraitbrennweite in deiner Tasche hast, bist du für die Peoplefotografie gut ausgestattet. Beim Weitwinkel schwöre ich auf das Sigma 35mm ART und bei der Portraitbrennweite bin ich relativ variabel. Die Referenzbrennweite sind wohl 85mm, wer aber nebenbei auch noch ein bisschen variabler sein möchte, der ist auch mit einem lichtstarken 50mm gut unterwegs. Apropos Lichtstärke. Ich greife selten zu anderen Linsen als zu denen mit einer Anfangsblende f1.4 oder f1.8 – der Grund dafür ist schnell erklärt. Je weiter die Blende am Anfang aufgeht, desto mehr Spielraum hat man beim Abblenden auch in schwierigen Lichtsituationen. Dazu kommt das enorme Freistellungspotential der 1.4er Linsen. Das sieht einfach GRANATE aus. Beispiel:

www.blendstufe.de

Zubehör

Nach Body und Linse widmen wir uns nun dem Rest. Ich spreche hierbei aber aus meiner Sicht auf die Dinge, die mein Credo “Minimalize to the Max” wiederspiegelt. Je weniger ich rumschleppe desto besser ist es, so wohl für den Geldbeutel als auch für die Kreativität. Jeder der gern Stativ, Porty und Akku mit in die Wildnis schleppt kann das tun, für mich ist es nichts. Essentiell sind für mich genau 4 Dinge im Zubehör-Bereich. Zum einen ein Satz schneller SD-Karten (hier bevorzuge ich die schnellen 300 mb/s Karten).

SanDisk Extreme PRO 32 GB SDHC-Speicherkarte bis zu 300 MB/Sek, UHS-II, Class 10, U3

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Weiterhin brauche ich meistens einen Reflektor und da tut es zwar auch der Billigste der Billigen, aber ich habe mir des Komforts wegen einen California Sunbounce gegönnt. Außerdem habe ich immer einen Satz Extra-Akkus dabei und last but not least muss man das ganze Zeug ja noch transportieren. Also brauche ich noch eine gute Tasche und DAS WARS. Alles andere ist entweder nur ein Nice to have oder total überflüssig. Es kommt dann nämlich eher auf euer Know How in Sachen Licht, Komposition und Bedienung euerer Technik an.

Ihr braucht es nicht

Der Markt für Fotografen aller Art ist völlig zugedonnert mit Zubehörprodukten, von der Softbox für Aufsteckblitze über Gurte und Halterungen hin zu komplexen Stativen und allerhand Leucht-Equipment. Mitunter spannende Dinge, jedoch am Anfang braucht ihr das alles nicht. Konzentriert euch auf den Menschen vor der Kamera denn er ist essentiell für die Story, welche ihr am Ende auf dem Bild erzählt und konzentriert euch dann auf das Licht, denn es ist euer Hauptgestaltungsmittel.

Diskussionen über Technik sind der Tot eurer Kreativität

Ein Punkt der mir extrem am Herzen liegt. Jedes Forum, jedes soziale Netzwerk und jeder Fotostammtisch ist voll von Diskussionen über Technik. Ich rede dabei nicht von Diskussionen die aufgrund von akuten Problemen losgetreten werden sondern von den wahren Glaubenskriegen die es innerhalb der Technik gibt. Ein Beispiel. Da fragt einer mit einem Beispielfoto in einem Forum, warum seine Bilder total verrauscht sind. Diskussionen um solche Probleme sind zumeist gut und hilfreich wenn man es versteht die lösungsorientierten Antworten vom Rest zu filtern. Dann schreibt ein anderer in einem weiteren Beispiel, dass die neue Nikon Systemkamera keine zwei SD-Kartenslots hat und wie blöde das wohl ist. SOLCHE Diskussionen kann man bedienen und befeuern wie man mag, aber die Zeit die dort investiert wird ist meistens vergebens. Erstens werdet ihr in diesen Grundsatzdiskussionen niemanden von eurer Meinung überzeugen und zum anderen könntet ihr mit der Zeit ein tolles Tutorial schauen oder noch besser: ihr könnten rausgehen und euer Können mit Erfahrung erweitern. Was ist nun besser? Genau!

Nuff said!

Disclaimer

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit und absolute Wahrheit. Ich schreibe hier subjektiv und aus meiner Art zu fotografieren heraus. Stimmt ihr diesem Artikel nicht zu? Kein Problem. Es steht euch frei.

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist