Von raabschen Einzelmaßnahmen, zweiten Meinungen und Postkarten

Eine neue Woche beginnt und wie so oft bin ich terminlich zwar schon im Herbst mit meinen Planungen. Aber mit Nachbearbeiten der Bilder bin ich noch in der letzten Woche. Denn am Freitag hatte ich ein kleines aber feines Einzelcoaching. Coach war dabei mein bester Freund Timo Raab und ich möchte euch heute meine Eindrücke vom Coaching wiedergeben.

TRN_0740

Gecoachtes Chaos

Wie ich schon öfter erwähnt habe, ist regelmäßiges Weiterbilden wichtig und so versuche ich nicht nur im Beruf sondern auch in der Fotografie meine Fähigkeiten auszubauen und Neues zu erlernen. Am besten klappt das für mich, wenn ich mir Bilder von anderen Fotografen heraus suche, und sie versuche selbst nachzubauen. Stimmt das Ergebnis nicht so richtig mit der Inspiration überein, versuche ich immer zu Ergründen warum das so ist und hole mir Hilfe dafür. 90% meiner Shootings bisher waren Outdoor Shoots mit Available Light, also bloß mit Kamera, Modell und Sonnenlicht. Maximal ein Reflektor war hier und da noch mit dabei.

TRN_0700

Auf dem Plan für dieses Coaching stand ein „moderner Hippie“ in weiblich, mit tollem Sonnenuntergangslicht, viel Natur und etwas Haut. Etwa vier Wochen vor dem Coaching habe ich begonnen ein Modell zu suchen und nach dem uns eine Woche vor dem Shoot eben jenes Modell abgesagt hat, blieb mir noch genug zeit, adäquaten Ersatz zu finden. Das hat dank einer Ausschreibung und zahlreichen Bewerbungen gut geklappt und so war die liebe Julia unsere Kandidatin. Sowohl Timo als auch ich haben vorab Location-Scouting betrieben, denn mit der Location fällt und steht ziemlich viel. Kommt genug vom gewünschten Licht an die Location? Darf man da fotografieren? Welchen Hintergrund hat man im Bild, wenn man das Modell on Location in diverse Richtungen dreht? – Diese und weitere Fragen müsst ihr euch stellen, bevor ihr eine Location auswählt. Wir haben drei Locations ausgewählt, eine kleine Wiese, eine Scheune und ein Industriegelände. Eine Woche vorab habe ich begonnen das Wetter zu beobachten und alle Signale standen auf grün. Doch es kommt natürlich immer anders als man denkt.

Es regnete aus Kannen und wir wussten nicht recht, ob es noch aufklart. Also haben wir die Location gewechselt, die Fotos in der Wiese sein gelassen und sind zu einer ganz tollen Scheune gefahren. Dort ging es dann endlich richtig los und während sich das Modell unter Aufsicht der tollen Visagistin Christine Raab in Schale schmiss, ist mein Coach mit mir ein paar Basics durch gegangen. Darunter Linienführung im Bild, Blickwinkel, korrekter Einsatz des Lichtes und des Schärfeverlaufes sowie Posing und Interaktion mit dem Modell. Timo hat einen starken Fundus an Erfahrung, erkennt Probleme schon bei der Entstehung und bietet schnell und einfach Lösungen dafür an. Vieles war mir bekannt aber ich habe auch ein paar sehr geniale neue Tipps bekommen, die ich gerne wieder nutzen werde. Als Lehrling habe ich mich dabei richtig wohl gefühlt.

DSC01897

So nach und nach haben wir uns dann warm geschossen und ruck zuck waren mehrere Stunden vorbei und es kam einem vor, als wären wir gerade erst am Anfang der Session gewesen. Etwas chaotisch ging es freilich schon zu, da der Coach nebenbei immer noch den einen oder anderen Take mit seiner Videokamera für ein Making-Of Video gedreht hat. Aber Chaos ist mein zweiter Name und damit lockert sich auch die Stimmung immer wieder ungemein und es entstehen lustige Situationen für den Lehrling, das Modell und den Coach. Insgesamt bleibt mir nun zum Coaching nicht mehr viel zum Zerreden übrig. Ich mache das ganz gewiss mal wieder, glaube aber, dass ich aktuell in Sachen Outdoor Available Light mit meinen Fähigkeiten ganz gut aufgestellt bin. Dennoch habe ich mir schon den Dennis Weissmantel für ein weiteres Coaching in diese Richtung gesichert. Danach sind andere Sachen dran 😀 Es hat mir definitiv viel gebracht und mich weiter entwickelt und genau so war das auch geplant. Die Bilder zum Coaching folgen stückchenweise in den nächsten Tagen hier im Blog in der Galerie und natürlich in den sozialen Kanälen.

von zweiten Meinungen

Im Zuge des Einzelcoachings habe ich bereits das eine oder andere Bild gezeigt und es ist auf Facebook zu einer interessanten Konversation gekommen, die ich zu euch tragen möchte. Ich kann mich aktuell nicht zwischen zwei Bildbearbeitungen entscheiden und habe auf Facebook darum gebeten, mir mit Meinungen eine kleine Hilfestellung zu geben.

11017748_756335667817273_249389853227002773_o

Ein Fotografenkollege warf folgendes Statement darunter:
2015-06-01 09_37_37-Ben Bis - Was sagt ihr _

Interessante Ansicht. Ich für meinen Teil bestreite diese Meinung. Ein Blick von außen, gerade und insbesondere von Amateuren oder Laien verschafft einem Mitunter einen Blick auf seine eigene Arbeit, den man sonst vielleicht aus Betriebsblindheit so gar nicht bekommt. Klar, ein Foto-Dude sieht Fehler die Elementar sind, wie etwa im Bildaufbau, oder bei zu dunklen oder zu hellen Stellen. Aber letztendlich wird sich mein Bild zum größten Teil ein >Laie< (ich hasse dieses Wort) ansehen und genau den möchte ich zum längeren und ausgiebigen Betrachten animieren. Warum sollte ich also auf genau diese Meinungen verzichten? Was sagt ihr?

P.s.

Ein letztes Anliegen habe ich nun aber, bevor wir in die Diskussion gehen auch noch an euch. Die Visagistin und meine gute Freundin Christine hat ihrer Krebserkrankung ein deftiges Schnippchen geschlagen und engagiert sich mit bei der DKMS Life. Dafür hat sie Postkarten gemacht und verkauft diese für einen guten Zweck! Schaut bei Christine rein und bestellt euch ein paar der Kärtchen, ihr habt ganz sicher schon viel mehr Geld für viel blödsinnigere Sachen ausgegeben 😉

10425150_1121514461195706_5564981236681768329_n

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de – Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist