Sternenkinder – das Feedback

Als ich vor wenigen Tagen über die Idee gebloggt habe, mich als Sternenkinder-Fotograf anzubieten und euch meine Gedanken rund um das Thema mitgeteilt habe, habe ich massiv unterschätzt wie tief dieses Thema geht. Tief in die Gefühlswelt. Tief in persönliche Erlebnisse. Tief in emotionale Abgründe. Ich bin Blogger und als solches kann ich nicht anders, als wieder zu geben, was ich in der kurzen Zeit nach veröffentlichen des Blogposts erlebt habe.

 

Zusammengefasst

Zunächst zum Post selbst. Mir ist vieles klarer geworden. Je mehr ich eure Erzählungen gelesen habe umso mehr reift in mir der Wille, bei „Dein Sternenkind“ dabei zu sein. Ich weiss, das ich nah am Wasser gebaut bin und dennoch denke ich, dass der Gedanke, mit meinen Bildern den Sterneneltern ein Stück weit Trost und Erinnerung spenden zu können, es mir ermöglicht dieses auch ohne völlige emotionale Verausgabung tun zu können. Es fühlt sich täglich richtiger an.

Der Blogpost ging steil durch die Decke und hatte in nur vier Tagen ähnliche Zugriffszahlen wie der bisher erfolgreichste Artikel hier im Blog in mehr als einem Jahr. Auch das Feedback ist ein ganz anderes. Neben den Kommentaren unter dem Artikel selbst, den Kommentaren auf Facebook, Google+ und Twitter erreichten mich mehr als 50 Mails. Mails mit sehr persönlichen Erlebnissen die mich immer wieder mit Tränen und Kopfschütteln vorm Rechner haben sitzen lassen. Geschichten die teilweise beim Lesen so schmerzhaft sind, dass man sich kaum vorstellen kann, wie es gewesen sein muss, sie tatsächlich am eigenen Leib erfahren zu müssen. Ich habe das Privileg, die Ehre und das Bedürfnis, euch einige dieser Erlebnisse anonym wiedergeben zu dürfen. Die Namen, Daten und Orte der nachfolgenden Schilderungen sind demnach frei erfunden, die Erlebnisse selbst sind wahr. Solltet ihr ebenfalls emotional nicht fest genug oder zu nah am Wasser gebaut sein, lasst die folgenden Schilderungen aus, oder nicht nah an euch ran. Sie sind heftig.

 

Euer Feedback

Beginnen wir mit Manuela. Manu lebt derzeit nicht in Deutschland und sie hat mir erzählt, dass ihr Sohn bis zum 6. Monat der Schwangerschaft gesund und munter war. Dann plötzlich hörte sein Herzchen auf zu schlagen und Manu musste ihn „still“ gebären. In dem Land in dem sie lebt ist man von Hilfe für Sterneneltern weit entfernt und so half ihr lediglich eine sehr gute Freundin, selbst Sternenmutter, das erlebte zu Verarbeiten. Kein Tag vergeht an dem Manu nicht an ihren kleinen Sohn denkt und jetzt, zwei Jahre nach dem Erlebten schafft sie es, anstatt tiefer Trauer nur noch unendlich Liebe und Zuneigung zu verspüren. Ein Helferlein dabe ist ihre neu geborene Tochter, ohne die sie wohl das Leben nicht genießen könnte. Manuela hätte sich unbedingt Bilder ihres Sohnes gewünscht und einen Fotografen der echt und ehrlich Anteil nimmt, anstatt professionell und mit zu viel Abstand den Auslöser betätigt. – Danke Manuela für deine Geschichte

Ein weiterer Erlebnisbericht kam von Klara. Klara hat ihren Säugling nach einer Frühgeburt verloren und sie und ihr Mann haben das Kind nicht zu Gesicht bekommen. Jedoch wurde den Eltern ein Briefumschlag mit Bildern ausgehändigt, den sie öffnen sollten, wenn es ihnen der Gemütszustand erlaubt. Nach einiger Zeit war der erste Schmerz halbwegs verwunden und die Beiden fühlten sich bereit, sich die Bilder des Kleinen anzusehen. Sie öffneten den Umschlag und zogen ein Foto heraus. Das Kind, ihr Kind, lieblos in eine metallne Nierenschale gelegt und mit der Digicam abgedrückt. So hatten die Eltern direkt ein weiteres Trauma zu bewältigen. – Danke Klara für deine Geschichte

 

Nachgang

Diese schlimmen Schicksale und noch einige weiter erreichten mich per Mail und auch in den Kommentaren zum Post findet sich viel schlimmes Leid. ich werde euch hin und wieder eine erzählen dürfen. Aber gerade die zweite Geschichte von Klara ist für mich bezeichnend für das, was mich hinter der Sache auf der Fotografenseite antreibt. Schöne Erinnerungen um nach dem großen Schock bei der Verarbeitung der Ereignisse zu helfen. Schöne Erinnerungen anstatt schlechte Handybilder oder lieblose Digicam-Schüsse aus der Nierenschale im Kreißsaal. Man kann gutes tun für Menschen die es wohl bitter nötig haben.

Wie schon gesagt, ich werde hier öfter über den Stand der Dinge und, sofern gewollt, über einige Erlebnisse von Sterneneltern berichten. Mich bewegt dieses Thema mehr und mehr.

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist

  • Christina {MrsBerry}

    Hey Benno,

    ich habe mit dem Thema Sternenkinder auch viel zu tun. Ich habe selbst Kinder verloren, aber viel zu früh, als dass es Fotos geben könnte.

    Ich habe aber auch eine gute Freundin, die ich selbst als Fotografin in der Schwangerschaft fotografiert habe. Bis zuletzt war alles in Ordnung. Als sie zur Geburt ins Krankenhaus ist, hat man ihr mitgeteilt, dass das Kind nicht mehr lebt. Im Schreck der Ereignisse sind Handyfotos die einzige Erinnerung an das Kind. Deshalb sind ihr auch die Fotos der Schwangerschaft besonders wichtig. Aufgrund der Ereignisse haben es die Schwangerschafts Fotos auch nie ins Blog geschafft.

    Du siehst, Eltern von Sternenkindern brauchen Fotos als Andenken an diese Momente. Nur ob man dem als Fotograf gewachsen ist, kann ich schwer einschätzen. Mich hat die Situation so schon sehr mitgenommen.

    Liebe Grüße
    Christina

    • Hallo Christina,

      schade zu hören,dass eine so gute Blog-Bekanntschaft auch schon mehrfach diesem Schicksal begegnet ist. Danke für deine Einschätzung!

      Benno

  • Sternenkind

    Hallo,
    Wie mein name schon sagt hab ich selbst ein sternenbaby , und ausser meinen errinerungen nichts von meinem kleinem stern.auch jetzt 4 jahre danach kan und will ich mein baby nicht vergessen auch wen es fuer andere ja noch kein richtiges baby war da sie es nie schreien oder lachen gehoert haben, wird es fuer mich immer in meinem herzen wohnen.
    Mittlerweile habe ich drei gesunde kinder doch jeder der mich fragt ,erzaehle ich das ich 4 kinder habe…
    Ich waere dankbar gewesen wen ich jemand gehabt haette der mich und mein baby fotografiert haette.ich selbst war in einem zugrossem schock zustand das ich leider nie welche gemacht habe, darum hast du meinen aller groessten respekt.