Qualität kostet – oder: Warum ich ein Compagnon bin

Diesen Beitrag schreibe ich, in dem vollen Bewusstsein, dass ich einen Einkauf in völliger, geistiger Umnachtung getätigt haben muss. Ich war ein Idiot, bedenkt man den Kaufpreis. Ich war zu gierig, bedenkt man den Zeitpunkt. Alkohol? War im Spiel, aber irgendwie dann doch nicht der Auslöser für den Kauf, um den es heute gehen soll. Doch alles auf Anfang, ich erzähle euch erstmal was passiert ist.

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Ich habe vor kurzem ja einen Systemwechsel hinter mich gebracht. Im Zuge dessen habe ich ebenfalls meine Ausrüstung verscheuert und auf das Minimum notwendige reduziert. Weg sind Blitzkoffer, Auslöser, Stative und vieles mehr, denn ich bleibe bei meiner Lieblingskategorie: Outdoor Available Light. Das hat eine ganze Menge Geld in die Kasse gespült und musste natürlich ausgegeben werden. Naja, ganz so war es nicht. Aber es zeichnete sich ab. Denn bisher nutzte ich für kleine Outdoor-Shootings die Fototasche Balade Bag 300. Mit der war ich soweit zufrieden, bis auf zwei Punkte. Zum einen störte mich das Material. Es ist ohne Versteifungen am Reißverschluss oben genäht worden und so verkratzt man sich mit eben jenem schnell die Kamera, bei dem Versuch das gute Stück in die Tasche zu buchsieren. Zweitens ist es nicht wetterfest und weicht recht schnell durch.

Also ging ich mit ein paar Kröten im Säckel und der Lust auf richtiges Leder in pervers guter Optik auf die Jagd im Netz. Schnell wurde mir klar, hussa, das kostet. Die günstigsten wetterfesten Taschen, beispielsweise von ONA starten bei 380 € – und sind dabei aus gewachstem Canvas, nicht aus Leder. Ich stehe aber auf Leder und da wurde mir bei den Preisen schnell schlecht. Außerdem gibt es wenige Anbieter, die sich bei ihren Lederprodukten auf Fotografen spezialisiert haben. So kristallisierte sich Stück für Stück ein Favorit heraus, um welchen ich einige Tage virtuell getigert bin. Die Compagnon-Bag „The Messenger“. Fotografen werden die Tasche vom Stilpirat Steffen Böttcher kennen, der in folgendem Video die Tasche bewirbt:

Soweit so gut, aber schaut man sich die Preise an, ist man bei 379€ für die große Variante dabei. Da passen Unmengen an Kram rein, weswegen ich zunächst erstmal die Kleine für ca. 100€ weniger bestellt hatte. Die Qualität ist toll. Super verarbeitetes Büffelleder, mit sinnvollen Fächern und Taschen für Fotografen, sowie flexible Compartments im Inlay. Allerdings erwies sich die kleine Messenger als doch einen Tick zu klein und so blieb es bei der großen. Auf dem Weg zum Shooting durch den Regen? Kein Problem! Shooting direkt im Regen? Kein Thema mehr und dazu ein tolles Handling, echtes Leder und ein richtig guter Look. Herz was willst du mehr?

Klar, man könnte jetzt sagen: „Scheiss die Wand an, das waren VIERHUNDERT OCKEN!!!“ – ja das Stimmt. Dennoch, die Tasche ist Hand-Made in Germany und Qualität hat ihren Preis.In der Preisklasse der Compagnon findet sich sonst wenig hübsches in Leder – ich bin ein Compagnon!

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist

  • derfreddy

    Der Link zur Compagnon-Bag führt ins Nirvana.

    Ansonsten, Qualität hat ihren Preis o/

  • marv von kultblende.com

    Hey Benno, ich sehe den Artikel jetzt erst. Aber ich liebäugel auch mit genau dieser Fototasche. Noch tun sie mir irgendwie zu sehr weh, diese 400€ für eine Tasche, aber ich hab so im Gefühl, dass wird nicht mehr lang so sein 🙂

    • Benno

      Kaufen und glücklich werden 🙂

    • Haha 🙂 kaufen und glücklich werden 🙂