künstliches Sonnenlicht mit einem Aufsteckblitz schaffen

Ich wollte heute ein Fotoshooting machen. Motto dabei war: „moderne Hippies“ und die Idee dahinter waren zwei Damen, mit schönen luftigen Kleidern, Sonnenlicht der goldensten Abendsonne und viel viel Spaß. Wer allerdings aus dem Fenster geschaut hat, erkennt mein Problem. Es war stark bewölkt, diesig und teilweise regnerisch. Kein schönes Wetter also für ein Fotoshooting, welches mit dem goldenem Abendlicht spielen sollte.

Bei so einem doofen Wetter mache ich gern folgendes. Ich surfe auf Youtube und gucke mir Videos zu Photoshop, Lightroom oder auch Fotografie-Basics an. Wie ich so da sitz und vor mich hin suche, springt mir ein Video von Meister Krolop ins Auge. Darin erklärt er für Video2Brain, wie man genau mein Problem beheben kann und das mit allereinfachsten Mitteln. Man nehme ein Stativ, ein Helferlein, falls zur Hand, ein Objekt oder Modell, einen stinknormalen Aufsteckblitz mit Auslöser und eine Kamera. Thats it.

Als ich das gesehen habe, dachte ich mir: Mensch, das wäre die Lösung, das kannst du auch! Also ging es fröhlich ans Werk. Aber der erste Schuss sah schon mal richtig schlecht aus. Mal abgesehen davon, dass das Stativ zu sehen ist und der Blitz irgendwie hässlich ins Bild strahlt, der coole Gegenlicht-Efekt den ich suchte, der blieb leider aus.


Versuch #1

Versuch #1



Also erstmal die Einstellungen checken. Martin Krolop sagte im Video, dass die Blende ganz auf sein sollte um eben den weichen Unschärfeeffekt zu bekommen. Weiters empfahl er ISO 100 und eine Verschlusszeit irgendwo um die 1/160. Also, die Kamera neu eingestellt, war das Ergebnis etwas besser. Aber immer noch nicht wie es sein sollte.

Versuch #2

Versuch #2



Jetzt fehlten Details. Das Stativ wollte ich aus dem Bild haben, der Bildausschnitt sollte gezielter werden und etwas aussagekräftiger und so richtig Gegenlicht-Effekt war immer noch nicht da. Dagegen ergriff ich folgende Maßnahmen. Ich positionierte den Blitz höher und wählte den Bildausschnitt so, dass die Mitte des Blitzes außerhalb des Bildes lag und seitlicher einfiel. ZACK! Da war der Effekt und das Bild konnte sich sehen lassen. Nach dem Import in Lightroom habe ich noch etwas die Farbtemperatur angepasst und heraus kam genau das, was ich anfangs haben wollte. Goldenes Gegenlicht.

Versuch #3

Versuch #3

Versuch #5

Versuch #5



Wie ihr seht, gar nicht so schwer und mit wirklich einfachsten Mitteln. Es ergeben sich dennoch ein paar Dinge, die man beim Einsatz dieser Methode beachten sollte. Wie Martin erklärt, wird durch die weit offene Blende das Objekt oder Modell im Bild nicht besonders ultraknackscharf. Außerdem muss man eben höllisch aufpassen, wie man sich selbst und den Blitz positioniert um den gewünschten Effekt zu erhalten. Last but not least muss euch klar sein, dass bei einem Shooting und dem ausschliesslichen Einsatz dieser Methode nahezu jedes Bild den selben Look hat. Ist das gewollt – gut. Wenn nicht müsst ihr entweder mal Versuchen mit verschiedenen Blitzwinkeln zu arbeiten oder müsst das Motiv interessanter gestalten. Für mich war das aber eine coole Sache und was schönes zum Ausprobieren.

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de – Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist