Gelesen: „Der große Fotokurs“

Ich habe wieder einmal geschmökert, denn meinen Zugriffszahlen entnehme ich, dass euch Fachliteratur an regnerischen Tagen durchaus interessiert. Ich habe mir von Gallileo Design die 2. Auflage des „großen Fotokurs“ von Jacqueline Esen kommen lassen und mir das Buch für euch zu Gemüte geführt.

Der große Fotokurs

Der große Fotokurs


Der Untertitel „Besser fotografieren lernen“ impliziert für mich, dass dieser „große Fotokurs“ nicht nur ein Leitfaden für Einsteiger ist um sein Handwerkszeug besser kennen zu lernen, sondern auch dem etwas fortgeschritteneren Hobbyfotograf einen Schub in der Entwicklung bescheren kann. Beides zusammen ergibt einen relativ großen Anspruch an die Autorin Jaqueline Esen, welchem sie für rund 20€ versucht gerecht zu werden. Neben den 10 Kapiteln dieses 440 Seiten starken Schmökers gibt es innerhalb der einzelnen Lektionen immer auch konkrete Tipps, spezielle Beispielbilder sowie Übungen, welche dem Leser näher an den Inhalt bringen wollen. Im einzelnen wird folgendes behandelt:

  1. Die digitale Kamera
  2. Der Blick durchs Objektiv
  3. Motivgerecht belichten
  4. Scharfe Bilder
  5. Licht und Farbe
  6. Zubehör
  7. Bilder gestalten
  8. Typische Fotofallen
  9. Digitaler Arbeitsablauf
  10. Für Aufsteiger

Allein an den Titeln der Kapitel kann man erkennen wohin die Reise geht. Frau Esen geht sehr stark auf Einsteiger und nicht nur auf die DSLR-Besitzer, sondern auch auf die Fotografen mit anderen Kameras ein (gibts denn noch andere? 😉 ). Die ersten Kapitel sind zwar durchaus interessant, wenn ich ehrlich bin habe ich diese ein wenig überflogen, denn für mich wurde es erst ab Kapitel sieben so richtig interessant. Denn ab da geht es ans „Eingemachte“ und die Autorin ertränkt den Leser nicht in sturem Bla Bla, sondern gibt vielmehr praxisnahe Faustregeln, konkrete Beispiele und „Hausaufgaben“. Ebenso wie sich der Leser dadurch von der einfachen Aufgabe hin zum schwierigeren tastet, steigert die Autorin auch die Bildqualität ihrer eigenen Beispielbilder sukzessive. Das gefällt mir durchaus recht gut. Teilweise verlieren sich ihre „Tipps“ aber auch ein stück weit zu sehr in Allgemeinplätzen wie „[…]Trotzdem muss im Bild nicht jedes unfotogene Tohuwabohu erscheinen; schlicht reduziert auf ein interessantes Detail wirken Bilder eindrucksvoller“ – Dieses Zitat ist zwar nicht falsch, hilft aber eventuell dem Leser nicht so gut wie etwas konkretere Ansagen. Aber das ist mein persönlicher Geschmack, eventuell können andere Leser mit solchen Anweisungen besser leben als ich. Sehr nützlich dagegen fand ich die konkrete Vorgabe von Kameraeinstellungsrichtwerten anhand konkreter Lichtsituationen wie zum Beispiel in der blauen Stunde. Diese Richtwerte finden sich im Buch immer wieder und um diese Werte herum kann auch der Einsteiger besser und zielgerichteter experimentieren.

 

Textbeispiel - Zubehör

Textbeispiel – Zubehör

Zeit für ein Fazit. Dieses Buch richtet sich durchweg an Einsteiger, die nach der Lektüre vielleicht nicht AdHoc besser fotografieren gelernt haben, aber gute Ratschläge für das Erkunden der eigenen Fähigkeiten und Grenzen an die Hand bekommen haben. Ich würde dieses Buch aber keinem empfehlen der sich mit seinem Handwerkszeug bereits relativ gut auskennt. Ein schönes Zusatz-Geschenk zur neuen Kamera ist dieses Buch aber alle Mal, besonders bei dem Preis.

Der große Fotokurs: Besser fotografieren lernen (Galileo Design)

Price: EUR 12,44

4.8 von 5 Sternen (87 customer reviews)

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Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist