Fotografieren am emotionalen Limit II

Seit ich den letzten Gedanken zum Thema Sternenkinder und der ehrenamtlichen Fotografen-Arbeit für den Verein im Kopf hatte, sind nun mehr als drei Jahre vergangen und ich habe mich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Ich habe mich entschieden und bin an Bord.

Die Entscheidung fiel mir keineswegs leicht, doch wenn ich bedenke, dass wir bei der Geburt unserer beiden Söhne so unendliches Glück erfahren durften und wie viel schlimmer es da anderen geht, kann ich mit dem einzigen Talent welches ich besitze nicht länger untätig zusehen.

Ich entschied mich dafür, den Eltern in ihrer bittersten Stunde beizustehen und zu helfen so gut es mir möglich ist. Ob das gelingt? Das weiß man wohl erst, wenn man einen Einsatz gehabt hat. Jener steht mir erst noch bevor und erst im Anschluss werde ich sagen können, ob ich stark genug für diese Aufgabe bin. Doch eines steht fest. Das Team, die Mitarbeiter und die Fotografen von Dein-Sternenkind sind hilfsbereit und wir als Fotografen bekommen Unterstützung in jeder nötigen Form.

Freuen kann ich mich auf den ersten Einsatz eingedenk des verbundenen Schicksales natürlich nicht, aber ich möchte mich beweisen und möchte sehen, ob ich den Sternchen uneingeschränkt helfen kann. Denn das ist das Ziel. Linderung. Hilfe. Wenngleich man davon nur wenig anbieten kann, so ist jeder Tropfen sicher willkommen.

 

Heldentum

Als ich auf Facebook schrieb, dass ich nun Mitglied des Dein-Sternenkind Teams bin, bekam ich viel Zuspruch und digitales Rückenklopfen, dass ich mitunter immer ganz gerne habe um mich zu motivieren. Ein Fan schrieb sogar ich wäre ein Held. Dem habe ich widersprochen. Wir haben in unserer Gesellschaft Helden, denen man huldigen sollte. Feuerwehrleute, Polizisten, Hebammen, Pflegekräfte, Kindererzieherinnen, Bewährungshelferinnen und Lehrer. Sie alle verrichten Jobs, die ich niemals ausüben könnte. Selbst wenn euch demnach also meine Ablehnung diesem Lob gegenüber „in eurer Ehre kränkt“ (Originalzitat einer Nachricht auf FB), ich werde es nicht annehmen. Ich bin kein Held. Ich mache Bilder und habe das Glück, das sie in diesem Fall einen emotionalen Wert bekommen, der etwas Gutes ist. Dafür nehme ich gern mal ein Rückenklopfen. Helden aber sind andere.

So bleibt mir am Ende dieser kleinen Meldung nur zu sagen, dass ich nach wie vor abwarte, wann mich das Schicksal zur Pflicht ruft und Gebete spreche um diese Lage zu meistern.

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist