Einen Monat iPad only – die Ausgangslage

Wer wie ich viel in der Weltgeschichte umher reist, der kommt immer mal wieder auf den Trichter, dass es eigentlich ganz geil wäre, sein Foto-Geschäft auch mobil abwickeln zu können. Die modernen Notebooks werden immer schlanker und leichter, aber oft fragt man sich nach der Berechtigung von Tablets. Insbesondere wenn sie, wie beim iPad Pro das RAW-Format beherrschen und man sie eh ständig dabei hat. Ich habe mich einem Monat Selbstversuch gestellt.

Aufgaben, Tools, Workflow

Am Anfang steht natürlich die Überlegung, welche Aufgaben man denn genau eigentlich so erledigt und wo die Technik eingreift. An erster Stelle steht die Kommunikation mit meinen Kunden. Via Facebook, Mail und Skype wickele ich diese Kommunikation zu meist ab und hier sehe ich keine Probleme für mein iPad Pro. Das zweite ist das Organisieren von Shootings mittels Pinterest und Producteev und auch hier sehe ich das iPad absolut als würdiges Mittel der Wahl.

Der schwierigere Teil nach dem Fotografieren ist die Bildauswahl für den Kunden, die Retusche am iPad und die Auslieferung Bilder. Für den ersten Teil muss ich noch geeignete Tools suchen und gucken, wie sich mein Kundentoool der Wahl, nämlich PicDrop, am iPad schlägt. Für die Retusche habe ich AffinityPhoto für das iPad und das fantastische Procreate zur Verfügung und die Auslieferung übernimmt dann Microsofts Onedrive.

Last but not least verdiene ich mit meinen Fotos Geld und so muss ich auch alles am iPad erledigen, was mit Angeboten, Rechnungen und Bestellungen zu tun hat. Dafür habe ich mit Lexoffice schon lange einen zuverlässigen Partner, mit dem das mobile Arbeiten recht entspannt von statten geht.

In Sachen Hardware nutze ich also für diese Nummer ein iPad Pro erster Generation (die etwas kleinere Variante), den Apple Pencil, welcher wirklich ein ausgezeichnetes Stück Technik ist und entsprechende Adapter für Kamera und SD-Karte.

Was soll schon schief gehen?

Genau genommen erwarte ich drei große Problemstellungen. Das erste wird die Bildverwaltung und die Aufbereitung meiner Fotos für eine Kundenauswahl sein. Mein hochgeschätzter Kollege Sascha Erni hat da schon mal vorgefühlt, aber ich werde mich da selbst nochmal auf die Suche nach guten Tools machen.

Das zweite und für mich größte Sorgenkind ist die Retusche. Dodge & Burn auf dem iPad? Ich weiss nicht ob das gut wird, aber ich werde es probieren. Meine Kunden und Modelle werden definitv immer 100% Qualität bekommen. Wenn diese auf dem iPad nicht herstellbar ist, muss entweder vorher ordentlich fotografiert oder die Nummer für gescheitert erklärt werden.

Die dritte Geschichte die mich etwas, wenngleich auch nur leicht umtreibt ist die Auslieferung der fertigen Galerie an meine Kunden. Doch sollte sich PicDrop da als zu unflexibel zeigen, wird halt umgesattelt. Ich bin sicher da gibt es Tools die was taugen.

Warum eigentlich der Schmarrn?

Über den Sinn und Unsinn von Bildbearbeitung mobilen Endgeräten brauchen wir glaube ich nicht streiten. Ich bin der Überzeugung dass es 100 % Qualität nur am Rechner gibt. Doch lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Eigentlich suche ich eine gut funktionierende Fallback-Lösung für meinen Standardworkflow wenn ich tatsächlich ohne Rechner irgendwo klar kommen muss. Das passiert etwa fünf mal im Jahr. Ich bin einfach gespannt, wie weit sie Technik im Jahr 2017 gereift ist und wie weit sie unterstützt oder eben limitiert

Ihr habt Tipps oder Fragen, denen ich im Selbstversuch auf den Grund gehen soll! Haut sie unter den Beitrag!

P.s.: Bloggen mach ich natürlich dann auch komplett am iPad 😏

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist

  • TeeKay

    Klingt sehr interessant. War Lightroom Mobile keine Option für dich?

    • Benno

      LR mobile ist eher als Compagnon gedacht, als begleiter für das volle Lightroom. Genau das nutze ich aber eben nicht!

    • Ist es durchaus, aber maximal zur Bildverwaltung. Mein hoch Geschätzter Kollege Sascha Erni hat es ja auf Twitter schon zusammen gefasst. LRM ist eher ein LR Compagnion als eine eigenständige Geschichte auf dem iPad. Ich nutze halt LR nurll. nirgendwo. Und dann ist ein Compagnon zum nix halt auch nix 😀