Die ersten Bilder aus der „Texas Leica“

Es ist etwa drei Wochen her, da habe ich mir eine Fuji GW690II via eBay gekauft. Letzte Woche hatte ich endlich die Chance, sie warm zu schießen. Oder viel mehr, mich selbst mit ihr warm zu schießen. Denn diese Kamera ist in vieler Hinsicht etwas besonderes.

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Beginnen wir mal bei der Haptik. Die so genannte „Texas Leica“ ist unheimlich groß. Ein wahres Monster mit mächtig Gewicht und gigantischen Dimensionen, für welches man fast eine eigene Fototasche braucht. Zum Glück habe ich davon einige 😛

???? #gw690 #fuji #6×9 #ibelieveinfilm #filmisnotdead #lightismypassion

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Dazu kommt erschwerend, dass es sich bei dieser Kamera um eine so genannte „Messsucher-Kamera“ handelt, bei welcher das Scharfstellen komplett anders funktioniert, als man das bei SLRs kennt. Wen das etwas näher interessiert, der findet hier ein Video dazu. So viel sei von mir dazu gesagt: es ist sehr gewöhnungsbedürftig und in schwierigen Lichtsituationen eine echte Herausforderung, hat man aber einmal den Dreh raus, funktioniert es fantastisch. Ein echtes Problem dagegen ist das so genannte „Framing“. Schaut man durch den Sucher der „Texas Leica“, sieht man ein paar Linien, etwa wie Foto-Ecken, welche den Bildausschnitt angeben. Leider stimmen diese Linien selten mit der Realität überein und man muss mal ein oder zwei Bilder Darauf verwenden, um herauszufinden, welchen Bildausschnitt man denn nun tatsächlich fotografiert.

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Absolut genial dagegen ist das 6×9 Format und die damit verbundenen sehr großen, detailreichen Negative. Diese haben mich einfach total begeistert und liefern eine bombastische Qualität ab. In Kombination mit dem richtigen Film, einem tollen Modell und coolem Licht oder einer schicken Location kann man mit der GW690 richtig geile Ergebnisse erzielen. Gegenüber meinem 35mm System schon etwas ganz anderes. Ich bin absolut begeistert von der Kamera, zufrieden mit dem Kauf und total gespant auf die nächsten Shootings. Doch nun hier ein paar Bilder.

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Was sagt ihr? Wenn ich mich beim nächsten Shoot noch mehr auf das Modell und die Pose konzentriere, statt auf das Bedienen der Kamera, werden die Bilder noch mal deutlich geiler, glaube ich. Versteht mich nicht falsch. Die Canon AE-1 und der 35mm Film haben absolut ihren Charme und damit auch ihre Daseinsberechtigung, aber die „Texas Leica“ bietet einfach das geilere Format und die deutlich höhere Qualität. Aber seht selbst, denn dies sind die 35mm Aufnahmen aus dem gleichen Sooting:

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Fazit

Die „Texas Leica“ hat einige Nachteile die mich sehr stören. Ein echt ekelhaftes Auslösegeräusch, die fetten und klobigen Dimensionen und das Framing, welches die Wahl eines Bildausschnittes nicht einfach macht. Außerdem bekommt man von jeder 120mm Rolle Film lediglich acht Bilder raus, aufgrund des 6×9 Formates. Dennoch ist die Fuji mit der Bildqualität einfach über jedes Manko erhaben und ich denke man „muss sich lieben lernen“, wie das bei so manchen alten Dingen ist. Die Bilder jedoch, sprechen für sich und eine ganz eigene Sprache. Wie seht ihr das?

P.s.: Vielen vielen dank an die Kollegen von MeinFilmLab, die hervorragende Entwicklungsarbeit bei den Filmen leisten und in Sachen Service unschlagbar gut sind! DANKE JUNGS (und Mädels!).

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist