Dein Freund, die Abblendtaste

Ich liebe es mich mit Freunden zwanglos zu unterhalten. Fachsimpeln. Smartphones, Tablets, Kameras. Welches Feature ist toll, welches nicht so gut. Bei vielen Gesprächen mit Freunden stelle ich aber eine Sache immer wieder fest, die mich ein wenig schockiert. Die meisten haben an ihrer Kamera eine Abblendtaste, haben diese aber noch nie benutzt und wissen nicht wozu sie eigentlich gut ist. So erging es mir heute auch mit meinem Kumpel Martin. Martin will sich eine neue Kamera zulegen und hat mit mir darüber ein wenig gequasselt. Wir versuchten einzukreisen, was Martin an Features von seiner neuen Kamera erwartet und brauch, um eine Kaufempfehlung zu entwickeln. Bei besagten Features ging es dann um Video-Aufnnahme, Crop oder Vollformat und eben genau jene Abblendtaste.

Die Abblendttaste der EOS 1000D

Die Abblendttaste der EOS 1000D

Martin fand das Konzept dieser Taste toll und freute sich auf dieses tolle Feature an der neuen Kamera. Nachdem wir entdeckt haben, dass aber selbst seine alte Kamera diese Taste hat dachte ich mir es macht vielleicht Sinn auch euch euren „neuen besten Freund“ näher ans Herz zu legen.
Wenn du durch den Sucher deiner Kamera schaust, dann siehst du ein Bild. Das Motiv deiner Wahl erscheint aber immer gleich hell und gleich scharf. Egal welche Blende du eingestellt hast, oder welche Verschlusszeit. Eigentlich doof, nicht wahr? Denn du kannst die Bildwirkung nur erahnen. Stell dir vor, du hältst deine Kamera auf einen kleinen Vogel. Weil es richtig schön hell draußen ist, nimmst du eine Lichtempfindlichkeit ISO 100, und weil du den Vogel schön scharf haben willst, sagen wir du wählst eine Blende von 11. Nun passt du noch die Verschlusszeit an, bis dir die Kamera über die Belichtungskorrekturanzeige sagt: „Jau, des Foto ist richtig belichtet!“

Belichtungskorrektur

Belichtungskorrektur

Nun kann es aber sein, dass die Kamera sich irrt. Weil du zum Beispiel deinen Vogel aus einem schattigen Versteck heraus fotografierst und er steht mitten in der Sonne, oder du einen Filter aufgeschraubt hast für einen bestimmten Effekt. Es kann aber auch sein, dass du selbst für dein Bild eine ganz andere Stimmung erzeugen möchtest. Das wird dir dein Sucher nicht zeigen können, denn wie ich eingangs schrieb, er zeigt dir die Offenblende, egal was du einstellst. Genau hier kommt die Abblendtaste ins Spiel. Sie simuliert quasi eine Auslösung und zeigt dir das Bild durch den Sucher so, als hättest du ausgelöst. Wenn dir jetzt auffällt, dass du andere Schärfen haben möchtest, du siehst das Bild wie es bei der Aufnahme sein wird. Besonders geeignet ist die Taste bei meinen Touren zum Kontrollieren der Schärfe-Ebenen. Wird alles so scharf auf dem Bild sein, wie ich es haben möchte? Diese Frage beantwortet dir gern, dein Freund die Abblendtaste.

Wer sich mal ein Beispiel simulieren mag, um wirklich heraus zu finden, wofür das kleine Knöpfchen in der Praxis gut ist, findet hier im Beitrag von kwerfeldein einen Versuchsaufbau. Nun wünsche ich viel Spaß, mit eurem neuen besten Freund!

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de – Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist

  • Tolles Feature, hat meine D50 nur leider nicht. 🙁

    • blendstufe

      Ja, leider nicht an jeder Kamera

  • Pingback: [Review] Nikon D7000 - Teil I: erste Eindücke, Funktionen, Bedienung()

  • Gregor

    Mit der Abblendtaste kann lediglich die Schärfe kontrolliert werden. Die Belichtungszeit spielt hier keine Rolle und kann auch nicht überprüft werden.

    • blendstufe

      So sollte es auch im Artikel stehen, oder habe ich mich irgendwo verhauen?

      • Matthias Lehmann

        Du schreibst, dass die Abblendtaste eine Auslösung simuliert und dass du prüfen kannst, ob du dein Bild heller oder dunkler haben möchtest. Das kann man nicht, nur die Schärfentiefe kann überprüft werden. Für die Beurteilung der Helligkeit müsste man eben die Belichtungszeit simulieren.

        • Recht haste – ist korrigiert

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