Angesehen: „Captureone Pro – mein kompletter Workflow“

Der Umstieg von Lightroom und Photoshop hin zu Captureone Pro und deutlich weniger Photoshop ist mir persönlich relativ gut gelungen. Nicht zuletzt deswegen, weil man für die Umstiegszeit Captureone rein optisch auch auf „Lightroom trimmen“ kann. Aber ich weiss auch, dass Captureone für viele von euch aktuell ein Thema ist. Ich weiss, dass einige beim Umstieg trotz toller Lektüren wie dem Buch von Sascha Erni Probleme mit C1 haben. Damit das Aufhört, kommt hier nun eine fette Kaufempfehlung.

Eigentlich sollte ich bei einem Tutorial vom Paddy für grad mal (aktuell noch) 30€ nix mehr schreiben müssen. Das ist quasi ein No-Brainer. Aber jedem sitzt das Geld anders und damit ihr wisst, ob sich der Kauf für euren Umstieg lohnt, habe ich mir die Scheibe dank der freundlichen Unterstützung vom Paddy mal ansehen dürfen und gebe euch hier alle wichtigen Eckdaten.

In 29 Kapiteln bringt euch Paddy seinen eigenen Captureone Pro Workflow nahe, der sich auch von meinem relativ deutlich unterscheidet. Das liegt hauptsächlich daran, das Captureone Pro (weiter C1) einfach vom Konzept her ganz anders ausgelegt ist, als zum Beispiel Lightroom. Daher lassen sich bisherige Workflows nur schwer übertragen und jeder setzt da eben wo anders an. Vollumfänglich verstanden habe ich C1 nun natürlich immer noch nicht, aber folgende Inhalte hat Patrick in seinem Angebot:

1. Import und Ordnerstruktur
2. Oberfläche und Orientierung
3. Katalog vs. Session
4. Aussortieren und Organisieren
5. Mehrfachbearbeitung und Varianten
6. Auswahl einer Kundendateiliste
7. Basisbearbeitung
8. Colorgrading
9. Hauttöne angleichen
10. Look I
11. Crop, Drehen und Trapezkorrektur
12. Export
12. Schärfen
14. Details
15. Lokale Anpassungen
16. Look II
17. Color Grading Grundlagen: Farblehre
18. Einstellungen Synchronisieren
19. Look III
20. Schwarzweiss
21. Arbeiten mit Styles und Presets
22 Look IV (Schwarzweiss)
23. Objektivkorrekturen
24. Metadaten
25. tethered Shooting
26. Drucken
27. Dateien Umbenennen
28. Voreinstellungen
29. Mehr Looks

Runtergerechnet zum Einstiegspreis von 30€ ist das also n guter €uro pro Kapitel. Was man da falsch macht? Per se gar nix. Wer Patricks Tutorials kennt weiss, dass diese durchdacht, fundiert, prall gefüllt und immer mit nem kleinen Gimmick versehen sind. Diesmal packt Paddy euch seine C1 Presets mit ins Paket und allein dafür bezahlt man bei anderen Schon mal gern gutes Geld.

Inhalt

Kommen wir mal zum Inhaltlichen. Bis auf das Backup von euren Katalogdateien, Einstellungen zum Foto und dem original RAW, welches man wirklich bei Captureone Pro sogar bis zur Paranoia betreiben kann, ist das einzige Thema welches mir aufgefallen ist, da es nicht explizit behandelt wurde. Zwar erwähnt unser Tutor am Anfang bei den Kapiteln zur „Denkweise“ von C1 immer mal wieder, was so alles machbar ist, aber eine grundlegende Strategie fehlt. Auch habe ich mir noch mal ein eigenes Kapitel darüber gewünscht, wo Paddy nochmal wirklich gefiltert aufzeigt, wo Captureone Pro seiner Konkurrenz voraus ist und wo nicht, ebenso wie seine Einschätzung zu seinem eigenen Umstieg. Es fließt zwar immer mal wieder mit ein, aber ich hätte es mir extra herausgestellt gewünscht. Mehr Negatives? Gibt es nicht und ich habe wirklich gesucht.

Positives gibt es dafür mehr als genug. Zum einen erklärt der Paddy wirklich für Anfänger. Bei vielen „echten Fotografen“ die ihren Umstieg auf Captureone Pro zum Beispiel auf Youtube mit Tutorials zelebrieren wird mir zu oft viel zu viel voraus gesetzt. Das Arbeiten mit dem Captureone Pro Farbeditor ist verzwickt, nicht ganz einfach zu meistern und bedarf eines grundlegenden Verständnisses der Mechanismen dahinter. Paddy packt euch das als bisher Einziger in die Video-Tüte. Die Netzwerkfähigkeit, die Ebenenfähigkeit und das Fehlen des HSL- Moduls sind so ziemlich die größten Stolpersteine für Neu-Einsteiger, mal ganz abgesehen von der Oberfläche und eher banalen Modulen wie dem Bibliotheksmodul, welches einem auch fiese Fallstricke bauen kann. Und weil Paddy halt ne ehrliche Haut ist, gibts das, meiner Meinung nach wichtigste Kapitel seines Trainings gratis. Schaut mal in Ruhe (!) rein:

Fazit

Können wir uns sparen. Tragt ihr euch mit dem Umstiegsgedanken oder seid vielleicht gerade erst umgestiegen und steigt nicht so recht durch? Kaufen. Alter Hase und auf der Suche nach Tipps und Kniffen? Unbedingt zum Einstiegspreis kaufen 😀
Ich weiss, das klingt hier grad alles nach bezahlter Werbung, ist es aber nicht. Ich habe damals bei dem Talk mit Tom C1-Blut geleckt und bin seit dem nicht mehr davon los. Würde ich die Sachlage aber objektiv einschätzen, würde ich sagen dass ich gerade mal 15% der Software nutze. Insbesondere der fehlende HSL von Lightroom hat mir in Capturone Pro große Probleme bereitet. Sicher seid ihr nach dem Tutorial von Paddy auch keine Profis. Aber ihr versteht was dieser unfassbar mächtige RAW-Entwickler kann, wie ihr damit umgehen könnt und wie ihr euch in die Lage versetzt einen eigenen Workflow zu entwickeln.

Fazit

Spieldauer / Seiten:300 Minuten

Bezugsquelle:Shop neunzehn72

Preis:30€ (Einführungspreis, dann 39€)

Zielgruppe:Einsteiger/Umsteiger Captureone Pro

Trainer:Patrick Ludolph

Gesamtwertung:95 / 100

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist