Analog gibts nur noch Farbe

Ich habe vor einiger Zeit mit Fotografen-Kollege Florian Wolf über dies und jenes geschnackt. Unter anderem natürlich auch, wie sollte es anders sein, über die Analogfotografie. Uns beide verbindet diese Liebe. Aber Flo hat mich etwas Wichtiges gelehrt.

Unbenannt-1

Als wir damals so über die analoge Fotografie geredet haben, sprachen wir über unterschiedliche Kameras, die Unterschiede in der Herangehensweise und über diverse Filme. Ich habe Florian von den hammergeilen Schwarz/Weiss-Filmen von Ilford vorgeschwärmt. Von Florian kam nur ein kurzes, knappes „analog fotografiere ich nicht schwarz/weiss„. Uff. Wie das? Wieso? Warum? Was? – Diese Fragen konnte mir Florian nicht so recht beantworten. Es war einfach sein eigenes Dogma. Nun gut, ich habe das damals nicht verstanden. Schwarz/Weiss sieht doch analog sehr geil aus, insbesondere durch die Körnung.

Bischoff-400TX-5115-01
Bis zum ersten Shooting mit der Texas Leica habe ich nicht verstanden, warum man die monochromen Bilder lassen kann, wenn man analog fotografiert. In diesem Shooting sind Bilder entstanden, deren Farben mich total vom Hocker gerissen haben. Kräftig, lebhaft und dennoch nicht überstrapaziert. Dann bin ich meine Bilder mit der 35mm AE-1 durchgegangen. Siehe da, auch da fand ich die Farbbilder bestechender, attraktiver und einfach besser.

Bischoff-P400-6665-06

Bisch200004394-06

Bisch200004394-11

Bisch200004394-36

Bisch7330632701-15

Bisch7330632701-18

Fazit

Ich habe bei den meisten Shootings noch die Digitalkamera dabei um mir eben alle Freiheiten zu lassen, wenngleich es mich durchaus juckt, diese einzumotten und nur noch Analog unterwegs zu sein. Ich werde auch definitiv noch alle Rollen Schwarz/Weiss-Film verballern, die ich im Kühlschrank habe. Doch ab dann bleibe ich bei Farbe. Schwarz/Weiss-Fotos kann ich mit der digitalen Kamera fast genauso herstellen wie mit der Analogkamera, alleiniger Unterschied ist meiner Meinung nach die Körnung. Bei meiner Lieblingsart der Fotografie, den Available-Light Fotos bei Gegenlicht, macht Monochrom einfach auch nicht so viel her, wie das farbige Sonnenuntergangslicht auf Zelluloid. Daraus ergibt sich für mich: Analog gibts nur noch Farbe und sollte ich tatsächlich mal ein Schwarz/Weiss-Foto von einer Aufnahme brauchen, kann ich immer noch konvertieren. Wie das geht seht ihr auf meinem Youtube-Channel:

Veröffentlicht von

Gründer und Zeugwart bei www.blendstufe.de - Gegenlichtliebe, Available Light Fetischist

  • Schöner Artikel. Tolle Bilder!
    Color oder B&W? Ist und war schon immer die Ansicht des Betrachters.
    Für mich wirken einige Bilder in b&w (sei es analog oder digi) kontrastreicher.
    Ebenso lenken sie das Auge des Betrachters auf das wesentliche.

    Dennoch verachte ich Color nicht. Es muss halt passen.

    LG
    Chris